Ein kleiner erster Rückblick….

Ein kleiner Rückblick…

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Sie war lang, die Saison 2013/2014. Weniger wegen der hohen Anzahl an Spielen als vielmehr wegen des über weite Strecken der Saison zähen und verwirrenden Modus, der seinen Höhepunkt in einer Doppelrunde mit 20 Spielen praktisch ohne sportlichen Wert hatte.

Wären da nicht die Duelle mit den Füchsen und den Löwen Frankfurt gewesen, man hätte es den Fans, die Spiel für Spiel dennoch brav in die Halle gepilgert sind und auch allen Partnern und Sponsoren eigentlich nicht übel nehmen dürfen, wenn sie Picknickkorb und Gesellschaftsspiele ausgepackt hätten. Denn so groß die Liebe für den Verein auch ist, hier wurde die Leidensfähigkeit der Fans wirklich auf eine harte Probe gestellt, da kann sich die eigene Mannschaft anstrengen wie sie will und die Tatsache, dass im Schnitt dennoch 3000 Fans zu diesen Spielen gekommen sind, kann man eigentlich nur mit zwei Worten erklären, die eigentlich eher für einen anderen Club in einer anderen Sportart stehen: Echte Liebe! Es ist einfach geil, Teil dieser blau-weißen Familie sein zu dürfen und das schon so viele Jahre.

Aber nicht nur die Geduld der Mannschaft und der Fans war gefragt, auch die Leidensfähigkeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und vor allem aller ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wurde auf eine harte Probe gestellt, denn es ist sicher nicht als selbstverständlich anzusehen, sich Woche für Woche aufzuraffen und sein Ehrenamt auszuüben, obwohl die Saison eigentlich noch gar nicht so richtig angefangen hat. Danke Euch allen!

Einen ganz besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle meinem Team, dem Medienteam aussprechen, das sich Woche für Woche aufgemacht hat, um alle Daheimgebliebenen per Liveticker auf dem aktuellen Stand zu halten, Videos für die Trainer und unsere Medienkanäle gedreht, Spielberichte geschrieben und Fotos geschossen hat. Ohne Euch wäre es niemals möglich, die Huskies “so nebenbei” in Bezug auf die mediale Präsenz so gut aufzustellen. Das gilt natürlich auch für die Jungs von Eskor Media, für die es Worte wie “Nein” oder “keine Zeit” offenbar nicht gibt. Vielen Dank Jungs und ich hoffe, dass wir auch in der kommenden Saison so zusammenbleiben dürfen.

Zurück zum Thema. So zäh der eigentlich viel zu späte Saisonstart (darüber ist ja nun schon eingehend gesprochen worden) war, so sehr entschädigten die Huskies uns alle ab Anfang Februar. Geschockt von der Insolvenz der KEBG passierte etwas, was wirklich einzigartig ist. Viele Teams, sowohl auf dem Spielfeld als auch abseits davon zerbrechen in einer solchen Situation, schenken ab, haben keinen Bock mehr, das Gegenteil passierte in der Eishockeystadt Kassel. Es wurde zusammengerückt, das Miteinander war stark wie nie, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Der Zuschauerschnitt ab dem Tag des Bekanntwerdens des Insolvenzantrags der KEBG stieg bis zum Saisonende auf 4500, ein Wert, von dem selbst manch ein DEL-Club nur träumen kann. “Nur gemeinsam sind wir stark”, so lautete das Motto, das nicht nur von den Rängen skandiert sondern auch gelebt wurde. Den Slogan “Jetzt erst Recht” erspare ich mir an dieser Stelle ganz bewußt.

Man konnte es nicht nur sehen, man konnte es fühlen. Wir standen zusammen, alle. Sinnbildlich für mich waren hier die Spiele gegen Frankfurt und Duisburg, insbesondere das Grande Finale im Heimspiel gegen die Füchse. Der Sieg wurde nicht erspielt, er wurde erkämpft, er wurde erzwungen, mit unbändigem Willen und trotz der Tatsache, dass im Hintergrund längst nicht alles so lief, wie es hätte laufen sollen. Bei dieser Gelegenheit geht mein Lob auch mal an Franz Fritzmeier. Gelenkbus hin, Gelenkbus her. Was er aus diesen vielen jungen Spielern macht, ist aller Ehren wert und verdient Achtung und Respekt. Zurück zum Duisburg-Spiel der Spiele. Nach diesem Sieg, der eigentlich eine Niederlage war, wußte ich eigentlich, dass in dieser Saison alles möglich ist. Auch die Spiele sieben und acht gegen die mehr oder weniger unbesiegbaren Löwen Frankfurt haben mir gezeigt, was in dieser Saison möglich ist. Spielerisch konnten wir gegen diese Truppe in dieser Saison nur wenig ausrichten, die Truppe war und ist einfach bärenstark und auch das hat Respekt verdient, bei aller Rivalität. Aber wie die Huskies gegen diese spielerische Überlegenheit angekämpft haben und wirklich alles investiert haben, das ist der Wahnsinn und das habe ich in über 30 Jahren Eishockey nur selten gesehen. Dass die Jungs nicht aufs Eis gek..t haben, ist alles. Danke Jürgen, Danke Jesse, Danke Jungs! Praktisch ab dem Bekanntwerden der KEBG-Insolvenz standen nochmal andere Huskies auf dem Eis und auch neben dem Eis, auf den Rängen, überall.

Gemeinsam bildeten wir, die Huskies-Familie, eine nunmehr doppelt schwer zu besiegende Einheit, was sich auch in den Tabellen wiederspiegelte und letztendlich selbst die schier unbezwingbaren Rivalen vom Main zu spüren bekamen, denn so leicht, locker und beeindruckend die Löwen durch die Liga marschierten, so dürfte es dann doch zumindest einen kleinen  Wermutstropfen darstellen, dass sie am Schluss der Saison nur Platz 2 aller Oberligisten belegen, hinter uns, den Huskies aus Südschweden, mit einer Frau als Kapitän ;-)

Natürlich stieg mit dem Erfolg und dieser andauernden, auch nach außen demonstrierten Trotzreaktion auch das Interesse von außen. Medienvertreter, die ich zuletzt zu DEL-Zeiten in der Halle gesehen hatte, akkreditierten sich für unsere Spiele. Selbst der HR, normalerweise eigentlich eher am Kreisliga-Curling interessiert als am Eishockey ;-). Und RTL. WTF!!! RTL in der Oberliga. Hoffentlich nicht wegen der KEBG-Insolvenz und hoffentlich bekommen wir keine Sendezeit im Vormittagsprogramm zwischen “Verklag mich doch” und “Familien im Brennpunkt”, hab ich mir gedacht. Aber weit gefehlt. Toll war´s!!! Das Telefon stand kaum noch still und -da bin ich ehrlich- am meisten Spaß bereitete es mir, den später hinzugekommenen Medienvertretern, die sich mit dem Thema “Eishockey” auf fremdes Terrain wagten, den aktuellen Stand zu erklären.

Die Gespräche liefen eigentlich immer gleich ab. Ich muss es einfach mal schreiben, ich muss auch heute noch darüber lachen, egal wie oft ich es lese. Sollten Medienvertreterinnen/-und Medienvertreter sich in dem nun folgenden Absatz wiedererkennen, nix für Ungut. Und ehrlich.. die Gespräche liefen wirklich so ab!!!

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Ein ganz normales Telefonat:


Alex: Aex Wessel?!

Antwort: …….. Studio, Redaktion, Verlag…. Guten Tag. Hätte Sie kurz Zeit für ein paar Fragen?

Alex: Sicher, legen Sie los.

Frage: Die Huskies sind ja jetzt insolvent.

Alex: Nein!

Frage: Nein? Wie nein? Wer denn?

Alex: Die KEBG hat einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt.

Frage: Aber das ist doch dasselbe?!

Alex: Nein!

Frage: Was ist der Unterschied?

Alex: Sie haben etwas Zeit?

Antwort: Naja…

Alex: Kennen Sie sich im Oberliga-Eishockey etwas aus?

Antwort: Ääähhhm, nicht so richtig, ich springe für einen Kollegen ein, der hat schonmal ….

Alex: Ah ja. Wenn Sie die Kurzform wollen…. “Wenn es einfach wäre, hieße die Sportart nicht Eishockey sondern Fußball.”

Natürlich habe ich es, wenn es gewünscht war, auch tatsächlich erklärt, was es in der Oberliga mit dem Unterschied zwischen Betriebsgesellschaften und Vereinen, mit Spielberechtigungen und Lizenzen u.s.w. auf sich hat. Manch einer hat sich aber mit dieser Aussage auch wirklich zufrieden gegeben. Glücklicherweise habe ich, bevor ich meinen eigentlichen Beruf ergriffen habe, ein halbes Jura-Studium absolviert und bei meinem eigentlichen Arbeitgeber noch eine zusätziche Ausbildung zum Kommunikationstrainer, das ist ein unvorstellbarer Vorteil, wenn man Pressesprecher eines Eishockeyclubs ist.

Weiter im Text…

Antwort: Ok, und sie spielen jetzt in der … äh wie heißt doch gleich die Runde?

Alex: Endrunde der Oberliga West

Frage: Und da spielen wie viele Mannschaften?

Alex: Sechs.

Frage: Und wieviele Mannschaften kommen in die nächste Runde?

Alex: Sechs.

Frage: Aber das sind ja alle?

Alex: Korrekt.

Frage: Aber was macht diese Runde dann für einen Sinn?

An dieser Stelle machten ein paar Sekunden betreten wirkendes Schweigen durchaus Sinn, um dem Gesprächspartner zu signalisieren und Respekt dahingehend entgegenzubringen, dass man das Problem erkannt hat.

Alex: Das müssen Sie den Verband fragen. Ich sag ja… wäre es einfach, wäre es Fußball. Letztendlich spielen wir gerade Platzierungen aus, für die Gruppen in der nächsten Runde.

Frage: Sie spielen in 20 Spielen lediglich Platzierungen aus für die Playoffs?

Alex: Nein, nicht für die Playofffs.

Frage: Für was dann?

Alex: Für die Oberliga-Endrunde.

Frage: Aber da spielen sie doch schon.

Alex: Nein, wir spielen jetzt in der Endrunde der Oberliga West.

Frage: Und was ist dann die Oberliga-Endrunde?

Alex: Da kommen zu den sechs qualifizierten Mannschaften der Oberliga West noch die Erstplatzierten aus der Oberliga Nord und der Oberliga Ost dazu. Der Erste, der Vierte und der Sechste aus der Oberliga West spielt zusammen mit dem Zweiten und Dritten aus dem Norden sowie dem Ersten aus dem Osten. Der Zweiter, der Dritte und der Fünfte der Oberliga West spielen zusammen in einer Gruppe mit dem Ersten und Vierten aus der Oberliga Nord sowie dem Zweiten aus dem Osten. Die Mannschaften spielen in einer Einfachrunde Jeder gegen Jeden in der jeweiligen Gruppe.

Antwort: Ääääähh.

Alex: Ja genau. Ich sag ja. Wenn es einfach wäre…..

Antwort: ….wäre es Fußball. Und wieviele steigen davon jetzt auf?

Alex: Keiner.

Frage: Wie jetzt?

Alex: Na Keiner. Aus dieser Runde kommen nur die beiden Erstplatzierten aus den beiden Gruppen weiter.

Frage: Wie weiter?

Alex: In die nächste Runde.

Antwort: In die Playoffs.

Alex: Nein.

Frage: Wie nein?

Alex: Nein, es gibt dieses Jahr keine Playoffs.

Frage: Keine Playoffs?

Alex: Keine Playoffs.

Frage: Aber… Ach lassen wir das. Und was für eine Runde spielen die dann?

Alex: Die Qualifikationsrunde zur DEL 2.

Frage: Also doch Playoffs.

Alex: Nein, keine Playoffs, Einfachrunde. Jeder gegen jeden, Hin-und Rückspiel.

Frage: Und da spielen dann nur die beiden Ersten aus der Endrunde?

Alex: Nein, da kommen dann noch die beiden Verlierer aus den Playdowns aus der DEL 2 und die beiden Ersten aus den Playoffs der Oberliga Süd dazu.

Antwort: Also doch Playoffs.

Alex: Nein, Playoffs haben nur die im Süden gespielt, die in der DEL 2 haben Playdowns gespielt, wir spielen die Oberliga-Endrunde.

Antwort: Ah ja. Und warum haben die Süd-Mannschaften nicht mit den anderen Mannschaften aus Nord, West und Ost mitgespielt?

Alex: Wunder Punkt, da müssen Sie bitte beim DEB anfragen. Dort wurde entschieden, dass die beiden Sieger aus den Süd-Playoffs automatisch für die Qualifikationsrunde zur DEL 2 qualifiziert sind, während sich alle anderen Oberligisten um die zwei anderen Plätze streiten müssen.

Frage: Das muss ich nicht verstehen. Und wieviele steigen auf?

Alex: Nein, müssen Sie nicht. Ich verstehe es auch nicht. Aber vom Aufstieg kann man ja nur sprechen, wenn es Oberligisten unter die ersten vier schaffen, die DEL2-Clubs würden die Klasse halten.

Frage: OK, anders gefragt. Wieviele Mannschaften qualifizieren sich jetzt für die DEL2?

Alex: Vier.

Frage: Vier von sechs?

Alex: Richtig.

Antwort: Da stehen die Chancen ja gar nicht so schlecht für die Huskies (fiese Fangfrage, die eine Antwort verdient hat)

Alex: Wie man es nimmt. Wir hoffen, dass wir es schaffen, aber ich denke, dass die Clubs aus der DEL2 schon ein Favoritenrolle innehaben.

Frage: Warum?

Alex: Naja, zum einen weil sie aus der 2. Liga kommen und weil sie fünf Ausländer einsetzen dürfen, die Oberliga-Clubs aber nur zwei.

Frage: Bitte?

Alex: Ja genau.

Frage: Aber…. das ist doch ungerecht, wenn die schon aus einer höheren Liga kommen und dann noch nach anderen Regeln spielen.

Alex: Das haben Sie gesagt, aber wir müssen damit leben. Wie schon gesagt… Wenn es einfach wäre….

Frage: Ok, aber es ist richtig, dass sich vier Mannschaften für die DEL2 qualifizieren können.

Alex: Sportlich ja. Und dann muss man natürlich auch sehen, ob man es wirtschaftlich stemmen kann und die Lizenz bekommt.

Frage: Ja aber wenn die Huskies ja jetzt insolvent sind….

Alex: Die Huskies sind nicht insolvent und da die Huskies nicht insolvent sind, können sie auch aufsteigen, das haben sowohl der DEB als auch die DEL2 bereits bestätigt. Insolvenzen von Kapitalgesellschaften, die als Geschäftszweck den Betrieb einer Profimannschaft haben, werden ab der DEL 2 relevant. In der Oberliga zählen nur die Vereine und da der Verein, der die Spielberichtigung für die Kassel Huskies besitzt, nicht insolvent ist, gibt es auch nichts auszusetzen. Richtig ist natürlich, dass die DEL2 sicher keine insolvente Kapitalgesellschaft aufnehmen wird. Das wird aber auch nicht passieren. Die KEBG wird ihre Arbeit als Eishallen-Betreibergesellschaft ohnehin zum 30.04. einstellen, da hat das eine mit dem anderen nichts zu tun, auch wenn das für Außenstehende natürlich schwer zu verstehen ist.

Frage: Also Sie gehen davon aus, dass die Huskies in der nächsten Saison in der DEL2 antreten werden?

Alex: Wenn wir uns sportlich dafür qualifizieren, ja!

Antwort: Dann sehe ich mal zu, wie ich das verarbeiten kann, das es auch jemand versteht. Wenn ich noch Fragen habe….

Alex: … können Sie sich gern noch einmal melden.

Antwort: Vielen Dank für das Gespräch.

Alex: Sehr gern.

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Ich weiß gar nicht, wie oft ich solche Gespräche geführt habe, aber es waren einige und ich möchte keines missen. Es war zu schön. Toll war aber, dass das mediale Interesse von Spiel zu Spiel stieg und alle gemeinsam, Mannschaft, Fans, Sponsoren, Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Servicekräfte, einfach alle haben alles getan und gezeigt, dass Kassel eine Eishockey-Stadt ohne Wenn und Aber ist und zu was man gemeinsam fähig ist.

Auch unseren lokalen Medien, möchte ich an dieser Stelle ein großes Dankeschön sagen, dass auch Ihr alle, fast alle, mitgezogen habt, wobei ich auch gleich beim nächsten Thema bin. Liebe Verantwortliche des Extra Tip, ich weiß, was vor mittlerweile drei Jahren war und ich habe auch durchaus Verständnis für Eure Reaktion bzw. die Konsequenzen und akzeptiere sie auch, was bleibt mir übrig. Aber diese Ära ist nun vorbei und da ich von Euch allen weiß, dass Ihr nichts gegen die Huskies habt -ganz im Gegenteil- würde ich mich freuen, wenn Ihr die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen, über Euren Schatten springen und die Huskies wieder in Eure Berichterstattung einfließen lassen würdet, so, wie es sich gehört. Die Huskies haben es mehr als verdient. Und wenn Ihr ehrlich seid: Ihr habt Euch im tiefsten Eurer Redakteurherzen doch blau und weiß geärgert, Ihr dass diese Saison, was das Sportliche angeht, außen vorgelassen habt. Insbesondere zum Ende der Saison. Also gebt Euch einen Ruck und kommt wieder mit ins Boot.

Ich für meinen Teil bin stolz ohne Ende, denn dass trotz aller Widrigkeiten in dieser Saison eine derartige Leistung vollbracht wurde, sowohl auf dem Eis als auch auf den Rängen und abseits davon, das -so behaupte ich mal- gibt es nur in Kassel. Das sage ich nicht nur so dahin, denn gerade auch die Fans haben sich aufgrund der Insolvenz der KEBG leider wieder mit Anfeindungen aus allen Himmelsrichtungen auseinanderzusetzen, während man unter den Clubs bzw. den Verantwortlichen einen doch eher geschärften Blick für die Fakten hat.  Und auch wenn es schon fast aberwitzig ist, dass ausgerechnet die lautesten Schreie der Empörung aus dem Fanlager eines Clubs kommen, die in der zum Ende der letzten und im Vorfeld der neuen Saison eine doch sehr ähnliche -wenn auch nicht identische- Situation erlebt und durchlebt hat, so kann man es den Fans letztendlich doch nicht übel nehmen, denn ohne das nötige Detailwissen mag man vielleicht so reagieren, gerade auch aufgrund unserer jüngeren Geschichte.

Letztendlich wird man aber unter dem Strich  ohne andere Interpretationsmöglichkeiten eines sagen müssen. Weder Verein, noch Verantwortliche, noch EJ Kassel und schon gar nicht die Fans haben durch den Insolvenzantrag der KEBG etwas Verbotenes getan, es wurde weder gegen Regeln noch gegen Statuten verstoßen und hier ziehe ich eine ganz klare Abgrenzung zum letzten DEL-Jahr, denn damals wurde versucht, sich den Verbleib in der DEL durch juristische Schachzüge und trotz eines klar definierten Passage in den Statuten möglichst kostengünstig (die Hauptinteressen des Investors waren ja schließlich andere) zu -ja ich sage es an dieser Stelle ganz deutlich- zu erstreiten oder auch zu ermogeln. Man hat versucht, das Rad neu zu erfinden, nur um Geld zu sparen. Das war verwerflich, das war nicht in Ordnung, auch wenn ich es damals selbst nicht wahrhaben wollte. Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass wenn wir es damals so gemacht hätten wie fast alle anderen DEL-Clubs auch, nämlich eine teilweise Entschuldung durch außergerichtliche Vergleiche mit den Gläubigern herbeizuführen, dann würden wir wohl heute noch DEL spielen, ohne gerichtliches Insolvenzverfahren, egal ob Planverfahren oder nicht. Nur hätten wir uns eine ganze Menge Schmipf und Schande erspart.

Heute sehe ich aber nicht den geringsten Grund, in geduckter Haltung durch die Gegend zu laufen oder mich für irgendetwas zu schämen, ganz im Gegenteil. Selten konnte man selbstbewußter als heute Husky sein, was man allein schon am Saisonabschluss gesehen hat. Da fahren knapp 1000 Fans zum Auswärtsspiel nach Crimmitschau, die Mannschaft kriegt 1:8 eine auf den Latz und was machen die Fans? Party mit den Fans der Heimmannschaft, gemeinsame Humba und EINE Raupe mit BEIDEN Mannschaften. Hallo? Seht Ihr Fußball, so wird das gemacht! Badapdapdapdaaa – ich liebe es! Wir sind Kassel – wir sind Huskies! Und wir sind DEL2.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass der Name Kassel Huskies so schnell wie möglich wieder für das steht, was ihn früher ausgezeichnet hat. Solidität, Verlässlichkeit, Verbundenheit, Professionalität und Erfolg. Das hat das große Huskies-Rudel mehr als verdient.

In diesem Sinne… blaue weiße Grüße und einen schönen Sommer Euch allen,

Euer Alex

P.S.:

Auf besonderen Wunsch und  natürlich auch völlig zu recht hänge ich noch ein großes Dankeschön an. Nämlich an die Frauen, Männer, Familienmitglieder und Babysitter, die während einer Eishockeysaison mit einer ganzen Menge Entbehrungen zu leben haben, weil ihre Liebsten nicht nur das Herz an sie, sondern eben auch an die Huskies verloren haben. Damit meine ich nicht nur die Spielerfrauen und die Familien der Spieler, sondern wirklich alle, die Denjenigen, die alles für die Huskies gegeben haben, den Rücken freigehalten haben, so gut es geht. Auch Euch natürlich vielen Dank!!! :-)

Veröffentlicht unter Allgemein

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